| Company | Information | Description |
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AVO Carbon Germany GmbH, Frankfurt am Main | Accounting / financial reports Bundesanzeiger | Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Date: 07/06/2023Language: German |
AVO Carbon Germany GmbHFrankfurt am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die AVO Carbon Germany GmbH, Frankfurt am Main: Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der AVO Carbon Germany GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AVO Carbon Germany GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, 3. Juli 2023 Mazars GmbH & Co. KG Jean-Marc Fournier, Wirtschaftsprüfer Léo Cadoux, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31.12.2021Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021Allgemeine Angaben AVO Carbon Germany GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, Handelsregisternummer HRB 84683, Registergericht Frankfurt am Main, ist im Geschäftsbereich Produktion von Kohlebürsten für elektrische Motoren für Autohersteller, für Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeuge tätig. Die Gesellschaft ist gemäß § 267 HGB eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Bilanz entspricht dem gesetzlichen Gliederungsschema (§ 266 Abs. 2 und 3 HGB). Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB angewendet. Größenabhängige Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB werden teilweise in Anspruch genommen. Zum Stichtag besteht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR -222, wohingegen im Vorjahr noch ein Eigenkapital von TEUR 1.462 bestand. Die Geschäftsführung geht auf Basis der Budgetplanung für 2023 davon aus, dass die Gesellschaft in 2023 ein EBITDA von MEUR 1,9 erzielen wird. Diese Entwicklung soll sich in den Folgejahren nachhaltig fortsetzen. Die Gesellschaft ist zwischenzeitlich auf die Finanzierung durch die Muttergesellschaft (AVO Carbon Luxembourg Holdings S.a.r.L.) angewiesen. Dies soll weiterhin im Rahmen von Darlehnsverträgen passieren, wobei zum Stichtag bereits ein Darlehn in Höhe von MEUR 1,2 besteht. Eine Rückzahlungsverpflichtung besteht aktuell nicht und ist nach aktuellem Stand nicht absehbar. Eine Rangrücktrittsvereinbarung im Sinne des § 39 InsO ist zeitnah geplant. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauer ist zwischen 2-5 Jahre. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen Materialkosten, Fertigungskosten sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie für soziale Einrichtungen, für freiwillige soziale Leistungen, werden einbezogen, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen (§ 255 Abs. 2 S. 3 HGB). Die Abschreibungen erfolgen pro-rata-temporis nach der linearen Methode. Anlagegegenstände mit einem Wert bis EUR 250,00 werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Sofern deren Wert zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 liegt, werden diese in einem Sammelposten aktiviert und linear über fünf Jahre abgeschrieben. Es liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten bewertet, die sowohl die direkten als auch die indirekten Produktions- und Verwaltungskosten und Abschreibungen beinhalten. Diese umfassen ebenfalls Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie für soziale Einrichtungen und freiwillige soziale Leistungen unter Inanspruchnahme des § 255 Abs. 2 S. 3 HGB, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht einbezogen. Die Bewertung zum Jahresende erfolgt unter Berücksichtigung der letzten Einkaufspreise und der Kalkulation der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten während des Jahres. Die so berechneten Herstellungskosten bzw. Anschaffungskosten werden mit den Verkaufspreisen der Fertig- und Handelswaren verglichen; sind diese niedriger als die Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten, wird eine zusätzliche Abwertung vorgenommen. Bestände, die länger als sechs Monate nicht bewegt wurden, werden zu 95 % abgeschrieben, um mögliche Verluste zu decken. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag oder mit dem am Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Auf Forderungen, die durch bestimmte Risiken gefährdet sind, werden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine pauschalisierte Einzelwertberichtigung in Höhe von 1 % der Außenstände gebildet. Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt. Aktive Rechunungsabgrenzugsposten werden für Ausgaben gebildet, die vor dem Abschlussstichtag anfallen, aber einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Aktive latente Steuern wurden im Wesentlichen auf Unterschiede in der Bewertung der Pensions- und Altersteilzeit (ATZ)-Rückstellungen und auf die steuerlichen Verlustvorträge aus dem laufenden Jahr gebildet, unter Inanspruchnahme des Wahlrechts gem. § 274 Abs. 2 S. 2 HGB. Die Bildung der aktiven latenten Steuern erfolgte unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 15,825 % Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag und 16,1 % Gewerbesteuer (unverändert zum Vorjahr). Das Eigenkapital wird zum Nominalwert bilanziert. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen (projected unit credit method) unter Zugrundelegung des von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen 10 Jahre von 1,87 %, bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren, gebildet. Die Berechnung erfolgt auf Grundlage der Richttafeln von 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Zusätzlich wurden folgende Annahmen getroffen:
Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 236. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu deren Erfüllung notwendig ist. Eine Abzinsung ist für Rückstellungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr nicht vorzunehmen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Altersteilzeitverpflichtungen werden unter Zugrundelegung eines Marktzinssatzes von 0,40 % bewertet. Die Berechnung erfolgt auf Grundlage der Richttafeln von 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und einer Dynamik der anrechenbaren Bezüge von 2,5 %. Die Altersteilzeitverpflichtung wird mit dem Aktivwert von Rückdeckungsversicherungen, die Deckungsvermögen darstellen, verrechnet. Der Aktivwert entspricht dem Zeitwert und gleichzeitig den fortgeführten Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherung. Die Zinserträge aus dem Deckungsvermögen wurden mit dem Zinsaufwand aus der Altersteilzeitverpflichtung saldiert. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Einnahmen vor dem Abschlussstichtag gebildet, die aber Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Stichtag darstellen. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls bewertet. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung der kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs. Erläuterungen zur Bilanz Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel als Teil des Anhangs dargestellt. Es wurden keine Immateriellen Vermögensgegenstände erworben. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. TEUR 425 (VJ TEUR 1.198) resultieren aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen i. H. v. TEUR 465 (VJ TEUR 872) betreffen in Höhe von TEUR 465 (VJ TEUR 872) den laufenden Verrechnungsverkehr aus Lieferungen und Leistungen und sind unverzinslich. Die Forderungen haben sämtlich eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. In den sonstigen Vermögensgegenständen werden debitorische Kreditoren sowie das Umsatzsteuerguthaben des Geschäftsjahres ausgewiesen. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sämtlich eine Laufzeit bis zu einem Jahr. Die aktiven latenten Steuern haben sich um TEUR 75 von TEUR 1.362 auf TEUR 1.287 verringert.
Das Stammkapital in Höhe von EUR 2.525.000,00 ist voll eingezahlt. Die Geschäftsanteile werden von der AVO Carbon Luxembourg Holdings S.à.r.l., 22, rue de l’Industrie L-9399 Luxembourg, gehalten. Die Gewinnrücklagen sind seit dem Geschäftsjahr 2011 unverändert geblieben. Rückstellungspflichtige Pensionsverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 2.700 (VJ TEUR 2.793). Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen:
Die Rückdeckungsversicherung für die Altersteilzeitverpflichtungen wird mit ihrem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital (Aktivwert) als Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 389 mit dem Erfüllungsbetrag (TEUR 453) der Verpflichtung aus ATZ verrechnet, so dass eine saldierte Rückstellung in Höhe von TEUR 64 auszuweisen ist. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen gegenüber dem Factor aus dem unechten Factoring und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 1.704 (VJ TEUR 355) den laufenden Verrechnungsverkehr aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von TEUR 1.143 (VJ TEUR 722) ein Darlehen gegenüber der Gesellschafterin. Die Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Das Darlehen wird marktüblich verzinst und hat eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Sonstige finanzielle Verpflichtungen ergeben sich aus Mietverträgen für die Nutzung von Produktions- und Bürogebäuden in der Talstrasse 112, 60437 Frankfurt am Main sowie aus sonstigen Miet- und Leasingverhältnissen zum Zwecke der Minimierung der Kapitalbindung. Das Mietverhältnis für die Produktions- und Bürogebäude wurde zum 1. Oktober 2018 für weitere 10 Jahre verlängert, mit einer mietfreien Zeit von insgesamt 8 Monaten in den Jahren 2018-2021. Die jährlichen Verpflichtungen betragen TEUR 343 (VJ 343). Weiterhin ergeben sich aus Leasing- und sonstigen Mietverträgen insgesamt finanzielle Verpflichtungen von TEUR 98 (VJ TEUR 81) bis zum Ende der jeweiligen Mindestlaufzeiten. Dies ergibt einen Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 3.594 (VJ TEUR 3.118). Vorteile des Abschlusses von Miet- und Leasingverträgen sind u. a. die Liquiditätsverschonung, die Bilanzneutralität und eine transparente Kalkulationsgrundlage. Risiken ergeben sich u. U. aus insgesamt höheren Kosten, der Laufzeitbindung und damit Bestehen eines Fixkostenblocks. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse i. H. v. TEUR 19.165 (VJ TEUR 16.758) werden hauptsächlich im Geschäftsbereich Autokohlebürstenproduktion erzielt. Erträge aus dem Verkauf von sonstigen Produkten betrugen TEUR 104 (VJ TEUR 60), aus Dienstleistungen an verbundene Unternehmen TEUR 212 (VJ TEUR 236) und an andere Kunden TEUR 5 (VJ TEUR 11). Die Hauptabsatzmärkte sind Europa: MEUR 11,5 (VJ MEUR 9,9), Asien: MEUR 5,7 (VJ MEUR 5,7), Nord- und Südamerika und sonstige: MEUR 1,4 (VJ MEUR 1,2). Die Sonstigen betrieblichen Erträge i. H. v. TEUR 505 (VJ TEUR 219) beinhalten Erträge aus Währungsdifferenzen i. H. v. TEUR 28 (VJ TEUR 36), periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 8 (VJ TEUR 2) und übrige sonstige betriebliche Erträge. Sonstige betriebliche Aufwendungen beinhalten Frachtkosten, Aufwendungen für Leiharbeiter, Instandhaltung der Maschinen, Management Fees, Miete, Leasing und sonstige Kosten. Periodenfremde Aufwendungen betragen TEUR 14 und resultieren im Wesentlichen aus diversen Lieferungen und Leistungen (Kostenumlagen, Schulungen, Transporte), für die nicht in ausreichendem Umfang Rückstellungen für ausstehende Rechnungen gebildet wurden. Die Zinserträge aus der Rückdeckungsversicherung (TEUR 1) sind mit dem Zinsaufwand für die ATZ Verpflichtungen (TEUR 1) saldiert worden. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Zinsen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen (TEUR 239, VJ TEUR 248) enthalten. Die Ertragssteuern beinhalten Erträge aus latenten Steuern (TEUR 75) und Körperschaftssteuer für Vorjahre in Höhe von TEUR 45. Sonstige Angaben Sonstige Geschäfte, die die Finanzlage beeinflussen, ergeben sich aus einer Factoring Vereinbarung, gemäß welcher bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die Factoring Gesellschaft übertragen werden (zum Stichtag TEUR 1.277 ggü VJ TEUR 1.245), um die Betriebsmittelfinanzierung zu optimieren. AVO Carbon Germany GmbH hat das Recht, den vorzeitig verfügbaren Saldo aus den verkauften Forderungen auf eigene Konten bei Bedarf abzurufen. Es handelt sich um ein unechtes Factoring, so dass die Forderungen gegen Kunden und die Verbindlichkeiten gegenüber dem Factor ausgewiesen werden. Vorteile des Abschlusses von Factoring-Verträgen sind insbesondere der sofortige Liquiditätszufluss bei Verkauf der Forderung. Risiken ergeben sich u. U. aus insgesamt höheren Kosten sowie aus Rückgriffsrechten der Banken bei Forderungsausfällen. Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 151 (VJ 166) Mitarbeiter, davon 32 (VJ 32) Angestellte und 129 (VJ 134) gewerbliche Mitarbeiter. Der Geschäftsführer ist Herr Olivier Spicker, Hagen (Luxembourg), Präsident und CEO der AVO-Gruppe. Bezüglich der Angaben über die Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird auf § 286 Abs. 4 HGB hingewiesen. Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft ist eine 100 %-Beteiligung der AVO CARBON Luxembourg Holdings S.à.r.l., in 22 rue de I‘Industrie, L-8399 Luxembourg. Die AVO CARBON Holdings S.à.r.l., Luxembourg stellt für alle verbundenen Unternehmen in der AVO Gruppe einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis auf. Der Konzernabschluss wird nicht veröffentlicht. Nachtragsbericht Am 24. Februar 2022 marschierte die Armee der russischen Föderation in das Hoheitsgebiet der Ukraine ein. Dieser mittlerweile mehr als ein Jahr andauernde Krieg hat massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, als Ausgangspunkt für Störungen in den Lieferketten und eine weitreichende Inflation. Die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine haben aber keinen wesentlichen direkten Einfluss auf die Aktivität des Unternehmens, weder in Bezug auf die Lieferkette noch bezüglich eines Umsatzrückgangs. Ergebnisverwendung und Ausschüttungssperren Der Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 1.684 wird mit den Ergebnisvorträgen aus den Vorjahren verrechnet. Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge beträgt TEUR 1.523. Die Ausschüttungssperre resultiert mit TEUR 1.287 aus der Aktivierung latenter Steuern und mit TEUR 236 aus dem Unterschiedsbetrag im Sinne des § 253 Abs. 6 HGB aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen.
Frankfurt am Main, den 3. Juli 2023 AVO Carbon Germany GmbH Die Geschäftsführung Olivier Spicker ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS
Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021I. Grundlagen 1. Geschäftsmodell AVO Carbon Germany GmbH ist Hersteller von Kohlebürsten für elektrische Motoren, die in der Automobilindustrie und in anderen Bereichen der Industrie eingesetzt werden. Die Produktion findet am Standort des Unternehmens in Frankfurt am Main statt. AVO Carbon Germany GmbH wird in den Konzernabschluss der AVO Carbon Holdings S.à.r.l., Luxembourg, einbezogen und ist somit Teil der AVO-Gruppe. Die Gesellschaft setzt ihre Produkte national sowie international ab. 2. Forschung und Entwicklung Die Forschung und Entwicklung umfassen die Verbesserung verschiedener Werkstoffe im Einklang mit den Kundenanforderungen hinsichtlich der elektrischen und chemischen Eigenschaften der Kohlebürsten. II. Wirtschaftsbericht 1. Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Im Berichtsjahr erholte sich die Weltwirtschaft vom starken Einbruch im Vorjahr-infolge der globalen COVID-19-Pandemie zunächst sehr kräftig. Im Vergleich zum Vorjahr expandierte die Weltwirtschaft mit rund 5,5% so stark wie zuletzt in den 1970er Jahren. Die zunehmende Verbreitung von Impfstoffen insbesondere in den Industrieländern führte zu einer spürbaren Lockerung der Beschränkungen und setzte eine dynamische Erholung in Gang. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich hier um rund 5% im Vergleich zu 2020. Ebenso konnten die Schwellenländer den Einbruch aus dem Vorjahr mehr als wettmachen und verzeichneten einen Zuwachs von rund 6,5 %. Die andauernde Pandemie und regionale Einschränkungen führten jedoch zu teils erheblichen Störungen in den globalen Lieferketten und zu Versorgungsengpässen in vielen Wirtschaftsbereichen, was vor allem im zweiten Halbjahr eine sichtbare Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung und einen spürbaren Inflationsanstieg in vielen Regionen zur Folge hatte. 2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Entwicklung des weltweiten Pkw-Markts war im Jahr 2021 zweigeteilt. Dank der kräftigen weltwirtschaftlichen Erholung bewegten sich die Verkaufszahlen in der ersten Jahreshälfte noch deutlich zweistellig über dem pandemiebedingt schwachen Vorjahresniveau. Im weiteren Jahresverlauf kamen allerdings die durch den Mangel an Halbleitern bedingten Angebotsengpässe immer stärker zum Tragen. Aus diesem Grund war der Weltmarkt trotz weiterhin günstiger Nachfragesituation auf Kundenseite im zweiten Halbjahr im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig. Im Gesamtjahr wurde das schwache Vorjahresniveau mit einem Plus von rund 5 % leicht übertroffen. III. Geschäftsverlauf Die AVO Carbon Germany GmbH konnte in den ersten beiden Quartalen 2021 sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis eine positive Entwicklung aufweisen. Nach Ende des weltweiten, der Pandemie geschuldeten, Lockdowns, hatten unsere Kunden ihre Abrufe im ersten Quartal erhöht, um Lagerbestände aufzufüllen und die Lieferketten zu schließen. Im zweiten Quartal waren die Bestände aufgefüllt und die Abrufe wurden dem aktuellen Bedarf angepasst. Analog zur allgemeinen Entwicklung in der Automobilbranche waren Umsatz und Gewinn in der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder rückläufig. Der Umsatzrückgang in den Quartalen 3 und 4 ist für die AVO Carbon Germany GmbH vorwiegend auf einen Mangel an Halbleitern/Microchips zurückzuführen. Die fehlenden Komponenten führten dazu, dass in der Automobilindustrie viele Autos nicht gebaut werden konnten und eine große Anzahl von Beschäftigten der Automobilproduzenten, z.B. Ford, BMW, Daimler, sich in Kurzarbeitsmaßnahmen befanden. Die Produkte der AVO Carbon Germany GmbH, Kohlebürsten, sind zu 99% in Komponenten, die für die Automobilindustrie hergestellt werden, zu finden. Hierzu zählen Elektromotoren, z.B. für Sitzverstellung, Fensterheber, ABS-Systeme, Motorsteuerung, Motorkühlung und Anlasser. Leider verzeichneten wir durch das Wiederaufflammen hoher Inzidenzen der COVID-19- Pandemie vor allem in China viele Stornierungen von Aufträgen. China verfolgte eine strikte „NULL COVID“ Strategie und versetzte immer wieder ganze Städte in einen Lockdown, was die Nachfrage -durch den asiatischen Markt stark beeinträchtigte. Aufgrund der angespannten Situation in der zweiten Jahreshälfte war die AVO Carbon Germany GmbH gezwungen, entsprechende Maßnahmen zur Kurzarbeit einzuleiten. Mit der Einführung der Kurzarbeit konnte eine Personalreduktion in einer Größenordnung von ca. 30 Beschäftigten vermieden werden. 1. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage a) Ertragslage Die Gewinn- und Verlustrechnung spiegelt die Reduzierung des Auftragsvolumens gegenüber dem Vorjahr wider.
Die Umsatzsteigerung um 14,4 % ist hauptsächlich auf den europäischen Markt (MEUR 11,5 im Vergleich zu MEUR 9,9 im Vorjahr) und den nord- und südamerikanischen Markt (MEUR 1,4 gegenüber MEUR 1,2 in 2020) zurückzuführen. Der asiatische Markt blieb mit einem Umsatz von MEUR 5,7 unverändert zum Vorjahr. Trotz Effizienzsteigerungsmaßnahmen konnten die Kosten nicht in dem erforderlichen Umfang und mit der notwendigen Geschwindigkeit reduziert werden. Als Ergebnis der beschriebenen Effekte hat sich das Jahresergebnis der Gesellschaft von TEUR -2.421 im Vorjahr auf TEUR -1.684 verbessert. b) Finanzlage Die liquiden Mittel haben sind von TEUR 1.959 im Vorjahr auf TEUR 765 verringert. Der Mittelabfluss aus aktiver Geschäftstätigkeit betrug TEUR 627. Darin enthalten ist die Veränderung der Rückstellungen um TEUR 13. Für Investitionen (insbesondere Ersatzinvestitionen) wurden TEUR 1.457 aufgewendet. Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug TEUR 3.405, das seitens der Muttergesellschaft gewährte Darlehen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 462 auf TEUR 1.184 (Vorjahr TEUR 722). Die kurzfristigen Kredite beim Factoring Partner wurden von TEUR 1.245 im Vorjahr auf TEUR 1.292 erhöht. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. c) Vermögenslage Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich im Jahr 2021 um TEUR -1.812 auf TEUR -10.114 reduziert (im Vorjahr TEUR 11.926). Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen erhöhten sich infolge der Investition in neue, von der Gruppe entwickelten Maschinen auf TEUR -3.636 (im Vorjahr TEUR 3.021). Die Investitionen im Jahr 2021 in Höhe von TEUR 1.308 beinhalteten u.a. Projekte zur Effizienzsteigerung, zur Inbetriebnahme neuer Maschinen und zur Sicherstellung einer besseren Qualität der Fertigungsprozesse in der Produktion. Die Vorräte beliefen sich auf TEUR 2.974 zum Jahresende (im Vorjahr TEUR 2.867). Auf die Regelung zur Abwertung der Bestände sei hingewiesen, wonach alle Vorräte um 95 % abgeschrieben werden, die seit sechs Monaten nicht mehr bewegt worden sind. Die Abwertungen hierfür betrugen TEUR 380 (im Vorjahr TEUR 489). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind von TEUR 2.070 im Vorjahr auf TEUR 890 zurückgegangen, als direkte Folge der einwöchigen Werksschließung Ende Dezember. Von der Muttergesellschaft gewährte Darlehen an die Gesellschaft betrugen zum Jahresende TEUR 1.184. Die Sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 248) beinhalten hauptsächlich Forderungen aus Steuern (Ertragssteuern und Umsatzsteuer) und Forderungen für Kurzarbeitergeld. Die aktiven latenten Steuern belaufen sich auf TEUR 1.287, hier fand ein Rückgang von TEUR 75 im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 1.362) statt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich von TEUR 3.602 im Vorjahr auf TEUR 3.673 leicht erhöht. Die sonstigen Rückstellungen sind von TEUR 1.862 im Vorjahr auf TEUR 2.012 gestiegen. Durch den erzielten Jahresfehlbetrag hat sich das Eigenkapital von TEUR 1.462 im Vorjahr auf TEUR -222 reduziert. Das operative Geschäft der AVO Carbon Gruppe ist bis zum heutigen Stand vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine mit Ausnahme der steigenden Energiepreise nicht direkt betroffen, weder bei den Rohstoffeinkäufen noch bei den Umsätzen. 2. Finanzielle Leistungsindikatoren Die Geschäftsführung bewertet monatlich die Unternehmensentwicklung aufgrund der Indikatoren Umsatz und EBITDA. Im Jahr 2021 betrugen diese Indikatoren TEUR 19.165 (Umsatz) und TEUR -565 (EBIDTA) (im Vorjahr TEUR 16.758 und TEUR -1.667). Die Begründung der Veränderung dieser Kennzahlen sowie der Vergleich zu den im Vorjahr geplanten Werten ist im Kapitel „Ertragslage“ beschrieben. 3. Gesamtaussage Insgesamt sind die Geschäftsentwicklung und die Lage der Gesellschaft aus Sicht der Unternehmensleitung und aus Sicht der Geschäftsleitung nicht zufriedenstellend. IV. Zukünftige Entwicklung, Chancen und Risiken 1. Prognosebericht Für 2022 rechnet der Sachverständigenrat in Deutschland mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8%. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belastet die Aussichten für die Weltwirtschaft und bringt große politische Unsicherheit mit sich. Anhaltend hohe Preise für Energie und Rohstoffe sowie der Ausfall von Nahrungsmittel- und Düngemittelexporten aus der Ukraine und Russland sind wahrscheinliche Folgen. Insbesondere in der Europäischen Union wird sich das Wirtschaftswachstum deutlich abschwächen. Vor allem die hohe Abhängigkeit von russischen Energieimporten stellt ein beträchtliches Risiko für einige Mitgliedstaaten dar. Nicht zuletzt können ein Lieferstopp oder ein Importembargo für russische Energieträger nicht ausgeschlossen werden. Für das Jahr 2023 erwartet der Sachverständigenrat in Deutschland einen Anstieg des BIP um 3,6 %. Die Verbraucherpreisinflation dürfte vor allem in diesem Jahr aufgrund höherer Energie- und Lebensmittelpreise vorübergehend anziehen. Für die Jahre 2022 und 2023 rechnet der Sachverständigenrat mit jahresdurchschnittlichen Inflationsraten in Deutschland von 6,2 % beziehungsweise 2,9 %. Im Euro-Raum erwartet der Sachverständigenrat für die Jahre 2022 und 2023 ein BIP-Wachstum von jeweils 2,9 %. (Quelle: https://www.sachverständigenrat-wirtschaft.de/konjunkturprognose-2022.html) Aufgrund der Markt- und Produktionseinbrüche in Folge der Corona-Pandemie ab dem Monat März 2020 sowie des russischen Angriffs auf die Ukraine haben wir auch unsere Prognose für das Jahr 2022 überarbeitet. Demzufolge erwarten wir für das Jahr 2022 einen Umsatz von MEUR 18. Insbesondere die pandemiebedingten Lockdowns in China haben einen negativen Einfluss auf das Asiengeschäft. Für das erste Halbjahr 2022 wurde deshalb Kurzarbeit beantragt. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sowie der Verbesserung der Qualität werden weiter vorangetrieben. Insgesamt rechnen wir für das Gesamtjahr mit leicht rückläufigen Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr (MEUR 18 gegenüber MEUR 19,1). Trotz der eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung erwarten wir im Jahr 2022 ein ähnliches Geschäftsergebnis wie im Jahr 2021. Die Geschäftsführung überwacht die Liquidität streng anhand von wöchentlichen rollierenden Forecasts. Die tatsächliche Entwicklung im Jahr 2022, hinsichtlich erwarteter Profitabilität- und Liquiditätsziele, basiert auch auf den prognostizierten Kundenbedarfen. Die andauernden wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine können derzeit nicht ausreichend bewertet werden. Für 2023 hat AVO Carbon Germany einen Umsatz von MEUR 22,2 und ein EBITDA von MEUR 1,9 geplant. Um das Budgetziel erfolgreich zu erreichen, geht das Werk von einer Umsatzsteigerung sowohl mit internen als auch mit externen Kunden aus. Durch Preiserhöhungen soll die in den Vorjahren aufgetretene Inflation ausgeglichen werden. Darüber hinaus wird das Werk seine Kosten weiter senken und seine Ausgaben streng kontrollieren. Best Practices der Gruppe werden durch eine stärkere Zusammenarbeit und die Einsetzung eines technischen Kompetenzteams mit sämtlichen Einheiten der AVO Carbon Group geteilt. 2. Risikobericht Unser Risikomanagement umfasst diverse Maßnahmen von der Identifizierung bis zur Kontrolle von Risiken. Alljährlich wird ein Budget erstellt, in dem Umsätze und Kosten nach den zu erwartenden Umständen dargestellt werden, um das EBITDA zu steuern. Die tatsächlichen Gewinn- und Verlustauswertungen werden monatlich den Budgetwerten gegenübergestellt und Abweichungen zwischen Ist- und Sollwerten analysiert. Fehlentwicklungen können somit frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zudem erfolgt eine wöchentliche, rollierende Liquiditätsplanung zum besseren Cash-Management. Die Risiken für die Gesellschaft sind nach Relevanz absteigend gegliedert: Absatzrisiko Der Markt für Kohlebürsten für elektrische Motoren für die Automobilindustrie wird von wenigen Herstellern dominiert. Ein Absatzrisiko besteht für die Gesellschaft, wenn die Kunden auf mehrere Kohlebürstenlieferanten für die neuen Modelle von Elektromotoren setzen und die Volumina aufteilen, was die Produktionskosten erhöhen kann. Kundenverluste können nachteilige Auswirkungen auf das Ergebnis der Gesellschaft haben. Externe Schocks wie die Corona-Pandemie können dazu führen, dass der Markt für Autos weltweit schrumpft und sich somit die Nachfrage der Automobilproduzenten nach unseren Produkten erheblich reduziert. Personalkostenrisiko Die jährlichen Tariferhöhungen im Personalbereich bergen Risiken, da diese den Produktionsstandort Deutschland immer weiter verteuern im Vergleich zu anderen Standorten in Asien und Südamerika. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des Personals können nicht immer Schritt halten mit den steigenden Kosten. Rohstoff- und Einkaufsrisiko Risiken für das EBITDA könnten sich aus der Rohstoffpreisentwicklung ergeben, wobei dieser Effekt gering ausfallen dürfte. Die jedes Jahr mit unseren Hauptkunden neuverhandelten Verkaufspreise - decken weitgehend die Preisschwankungen im Rohstoffbereich ab. Aufgrund der pandemischen und weltpolitischen Lage besteht seit dem Jahresende 2021 ein hohes Risiko von stark steigenden Energiepreisen. Dieses Risiko hat sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 noch deutlich verschärft. Forderungsausfall- und Währungsrisiko Weitere Risiken für das EBITDA könnten sich aus dem Ausfall von Forderungen ergeben. Durch die Diversität in der Zusammensetzung unseres Kundenstamms sehen wir jedoch das Risiko als gering an. Die pauschalisierte Wertberichtigung der Forderungen in Höhe von 1 % gewährleistet sowohl ein regelmäßiges Monitoring der Forderungen als auch eine frühzeitige Abbildung des Risikos im Jahresabschluss. Ferner ist zu berücksichtigen, dass das Unternehmen kein Hedging gegen Schwankungen der Preise für Kupfer und Grafit, bzw. gegen Wechselkursschwankungen des USD, betreibt. Diese Risiken sehen wir als gering an, infolge der flexiblen Preisvereinbarungen mit unseren Hauptkunden. Aufgrund der schon getroffenen Maßnahmen zur Kostensenkung, zur Sicherung der vorhandenen Liquidität und zur Inanspruchnahme von staatlichen Hilfen zur Überbrückung der ausfallenden Umsätze in den nächsten Monaten sind bestandsgefährdende Risiken aus Sicht der Geschäftsleitung in 2022 nicht erkennbar. Den Bestand des Unternehmens gefährdende Risiken werden derzeit nicht gesehen. 3. Chancenbericht Die Chancen für die Gesellschaft sind nach Relevanz absteigend gegliedert: Sicherung der Liquidität und Effizienzsteigerungen Als höchste Priorität, neben der Sicherung der Liquidität, steht die erfolgreiche Umsetzung der schon definierten Verbesserungsmaßnahmen zur Reduzierung des Ausschusses, der Qualitätsprobleme und des Energieverbrauchs. Das Insourcing von Werkzeugen und die bessere Nutzung der Ersatzteile werden intensiviert. Durch Verbesserungen der Organisation in den produktiven und nicht produktiven Bereichen wird die Effizienzsteigerung des Personals vorangetrieben. Wir erwarten in 2022 eine erfolgreiche Überbrückung der schwierigen Pandemiezeit und langfristige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Gesellschaft. Neukunden Die Gewinnung von neuen Kunden beziehungsweise die Entwicklung neuer Projekte mit Bestandskunden stellt für die Gesellschaft eine Möglichkeit dar, ihr Absatzvolumen langfristig am Markt zu steigern.
Frankfurt am Main, den 3. Juli 2023 Die Geschäftsleitung Olivier Spicker |
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