Market Logic Software AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1 Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Geschäftsmodell

Die Market Logic Software AG (im Folgenden kurz Market Logic oder MLS) bietet mit ihrer „Next Generation Market Insights Platform“ ein Software-as-a-Service basiertes Marketingsystem an, das es Unternehmen ermöglicht, eine kundenzentrierte Organisation aufzubauen. Die Software analysiert die Marktdaten des Unternehmens, generiert und aggregiert Erkenntnisse und Einblicke in das Konsumentenverhalten. Außerdem werden Kampagnenmanagement und Planung sowie Ausführung und Auswertung von Marktforschungsprojekten unterstützt.

Die AG hat ihren Sitz in Berlin. Dort sind insbesondere auch die Bereiche Softwareentwicklung und Professional Services angesiedelt. Darüber hinaus existiert seit 2014 ein Tochterunternehmen in den USA mit Hauptsitz in Chicago. Ein Tochterunternehmen in Indien mit Sitz in Pune ist seit 2021 nicht mehr operativ tätig.

Im Jahresdurchschnitt (2021) beschäftigte die Market Logic Software AG 203 Mitarbeiter (2020: 267).

1.2 Ziele und Strategien

Das Unternehmen hat im Berichtsjahr die Vermarktung des neuen Basisprodukts „Next Generation Market Insights Platform“ erfolgreich weiter fortgeführt. Die neue Plattform stellt eine konsequente Weiterentwicklung des vorherigen Kernproduktes der Market Logic dar. Durch den modularen Aufbau mit den drei wesentlichen Komponenten „Insights Engine“, „Digital Insights Workspace“ und „Business Assistant“ ist die angebotene Softwareplattform in Kombination mit verbundenen Services auf die speziellen Bedürfnisse bestehender sowie neuer Kundengruppen ausgerichtet. Sie ermöglicht Kunden aus der Aggregation und Verknüpfung relevanter Informationen die Entwicklung und Kommunikation wesentlicher Insights, um daraus sowie durch effiziente Workflows zielgerichtet kunden- und marktorientierte Geschäftsentscheidungen zu treffen.

Market Logic sieht dabei weiterhin die 3.000 Top-Unternehmen der Branchen Konsumgüter, Gesundheit & Pharma, Handel und Financial Services als Kernzielgruppe für das Premium-Produkt „Insights Engagement Platform“ an.

1.3 Steuerungssystem

Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Als finanzielle Leistungsindikatoren für die interne Steuerung werden die Umsätze sowie das EBITDA verwendet. Wesentlicher nicht finanzieller Leistungsindikator ist die Zahl der im Berichtszeitraum neu abgeschlossenen Verträge (Number of New Deals). Je nachdem ob es sich dabei um Verträge mit Neu- oder Bestandskunden handelt, wird zusätzlich unterschieden zwischen New Logos und Upsells.

Im Sinne einer wertorientierten Steuerung der Market Logic Software AG werden Kennzahlen und Ziele regelmäßig auf ihre Ausrichtung auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts geprüft.

1.4 Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung stand im Jahre 2021 ganz im Zeichen der Vermarktung der neuen Produktplattform „Next Generation Market Insights“ und der fortgesetzten Migration bestehender Kunden. Mit vereinfachten Grundfunktionen und einem komplett überarbeiteten UX-Design soll der Fokus der Entwicklungsaktivitäten darauf liegen, eine schnellere und vereinfachte Einstiegslösung für Neukunden und zahlreiche neue Anbindungsmöglichkeiten für andere marketingrelevante Anwendungen zu bieten.

Für das neue Wirtschaftsjahr liegt der Fokus der F&E auf einer stetigen Verbesserung und innovativen Weiterentwicklung der Plattform sowie der schrittweisen Ablösung der vorherigen Produktplattform durch weitere Kundenmigrationen.

2 Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft sagte nach der durch erneut zunehmende Coronainfektionen gebremsten wirtschaftlichen Aktivität im zweiten Halbjahr 2021 für das kommende Jahr eine zunächst weiterhin gedämpfte, sich aber im weiteren Verlauf von 2022 erholende wirtschaftliche Aktivität voraus. Die Erholung von der Coronakrise wird infolge des Kriegs in der Ukraine gedämpft, behält aber die Oberhand. Das Institut erwartet für 2022 und 2023 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 2,7 % bzw. 3,1 %.

Einer der wichtigsten Indikatoren für die Marktchancen von Market Logic ist weiterhin die Entwicklung der Marketingetats der großen Konsumgüterunternehmen weltweit. Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie stellten Marketingabteilungen weltweit auf Krisenmodus um. Kampagnen wurden verschoben oder ganz gestoppt, langfristige Projekte wurden eingestellt, Sparmaßnahmen umgesetzt. Auch der Ausbruch des Ukraine-Krieges trug weiter zum Krisenmodus der großen Konsumgüterunternehmen bei.

Marketingbudgets im Verhältnis zum Umsatz sind laut dem jährlichen „CMO Spend Survey“ des Unternehmens Gartner auf ein historisches Tief gefallen. Insgesamt gehen die CMOs davon aus, dass zusätzliche Marketingbudgets aus „offline-Kanälen“ in digitale Kanäle verschoben werden.

CMOs fokussieren zunehmend darauf, strategische Aktivitäten mit hohem Wert, wie Markenstrategie, Innovation und Technologie, innerhalb des Unternehmens durchzuführen, statt an externe Agenturen outzusourcen.

Für die nächsten zwei Jahre geht MLS davon aus, dass viele Branchen ein eher konservatives Ausgabeverhalten im Marketing an den Tag legen werden, dass aber gleichzeitig nicht zuletzt der Trend zur Umverteilung der Ausgaben auf digitale Kanäle als auch der Fokus auf strategische Aktivitäten mit hoher Relevanz und die damit verbundene Komplexität zusätzliche Marktpotenziale für Market Logic bieten.

2.2. Geschäftsverlauf

Insgesamt hat Market Logic trotz einiger Friktionen durch die Covid-Krise und des damit verbundenen Verfehlens einiger operativer Ziele ein zufriedenstellendes Jahr 2021 erlebt und sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis deutlich steigern können.

Für das Jahr 2022 hat das Unternehmen ein ehrgeiziges Wachstums- und Ertragsverbesserungsprogramm beschlossen, mit dem Ziel, den langfristigen Geschäftserfolg sicherzustellen.

2.3. Lage

2.3.1. Ertragslage

Der Umsatz ist im Jahr 2021 gegenüber 2020 um 17,3 % auf EUR 21,6 Mio angestiegen (2020: EUR 18,4 Mio) und lag damit leicht über dem ursprünglich prognostizierten Wert von EUR 21,5 Mio.

Insgesamt konnten im Jahr 2021 8 Neukunden gewonnen werden. Dies lag unter der ursprünglich angestrebten Zahl von 20 Neuverträgen.

Für das Jahr 2022 ist eine deutliche Umsatzsteigerung von 21 % geplant, da die Markteinführung der „Next Generation Market Insights Platform“ inzwischen erfolgreich abgeschlossen wurde und gegenüber dem Vorjahr trotz der oben beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Effekte mit einer deutlichen Verbesserung der für die Gesellschaft maßgeblichen Rahmenbedingungen gerechnet wird.

In Bezug auf die Marktpositionierung haben sich im Berichtsjahr keine wesentlichen Veränderungen oder besonderen Ereignisse zugetragen, sodass Market Logic sich in einem weiterhin als stabil zu bezeichnenden Marktumfeld bewegt.

Die Umsatzplanung für 2022 geht von einem weiterhin stabilen Umsatzmix zwischen Bestands- und Neukundengeschäft aus. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Neukundengeschäft ca. 50 % des angestrebten Wachstums ausmachen wird.

Die Vertriebskosten sind trotz der gestiegenen Umsatzerlöse mit EUR 4,8 Mio gegenüber dem Vorjahr (EUR 5,6 Mio) deutlich gesunken. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr (EUR 11,1 Mio) auf EUR 10,0 Mio gesunken. Hauptgrund waren die erfolgreich durchgeführten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung.

Das EBITDA hat sich infolgedessen im Vergleich zum Vorjahr von EUR -10,2 Mio auf EUR -4,6 Mio verbessert und liegt somit auf dem prognostizierten Wert von EUR -4,6 Mio.

2.3.2. Finanzlage

Planmäßig erfolgte im zweiten Quartal 2021 die Durchführung der zweiten Tranche der Kapitalerhöhung (Serie K). Damit wurden der Gesellschaft EUR 8,1 Mio zusätzliches Eigenkapital zugeführt.

Im Berichtszeitraum erwirtschaftete die Gesellschaft einen negativen Cashflow aus operativer Tätigkeit i. H. v. von EUR -4,7 Mio. Bei einem Jahresfehlbetrag von EUR 5,9 Mio liegt der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei insgesamt EUR 5,4 Mio. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt EUR -6,1 Mio und resultiert aus Investitionen in das Sachanlagevermögen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Die liquiden Mittel sind dementsprechend gegenüber dem 31. Dezember 2020 (EUR 7,5 Mio) auf EUR 2,2 Mio gesunken. Aufgrund der aktuellen Zinssituation wird bewusst höhere Liquidität in USD in der Market Logic Software Inc. vorgehalten.

Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtszeitraum jederzeit gesichert.

2.3.3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2021 auf EUR 17,4 Mio, wobei EUR 0,1 Mio (0,7 %) auf das Anlagevermögen, EUR 8,0 Mio (45,6 %) auf das Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzungsposten und EUR 9,4 Mio (53,7 %) auf den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag entfallen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen stichtagsbedingt bei EUR 0,7 Mio.

Zum Bilanzstichtag wurden liquide Mittel in Höhe von EUR 2,2 Mio (12,4 % der Bilanzsumme, Vorjahr 37 % der Bilanzsumme bzw. EUR 7,5 Mio) ausgewiesen.

Unter Berücksichtigung des Bilanzverlustes von EUR 77,2 Mio, des Grundkapitals von EUR 0,3 Mio und einer Kapitalrücklage von EUR 67,5 Mio weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von EUR -9,4 Mio aus.

Die Rückstellungen haben sich von EUR 3,4 Mio um EUR 0,1 Mio auf EUR 3,3 Mio verringert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,1 Mio auf EUR 0,7 Mio gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich von EUR 1,8 Mio auf TEUR 8 verringert. Weiterhin sind die sonstigen Verbindlichkeiten insbesondere durch Tilgungszahlungen der Optionsschuldverschreibung (EUR 1,5 Mio) von EUR 13,5 Mio auf EUR 11,2 Mio gesunken.

Die Bilanzsumme ist demzufolge zum 31. Dezember 2021 auf EUR 17,4 Mio gegenüber dem Vorjahr gesunken (31. Dezember 2020: EUR 20,5 Mio).

2.3.4. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Der Vorstand ist mit der Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 grundsätzlich zufrieden. Zu den Auswirkungen der Covid-19-Thematik verweisen wir auf den Prognose-, Chancen- und Risikobericht.

3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1. Prognosebericht

Für das Jahr 2022 sind ein Umsatzwachstum auf EUR 25 Mio und ein EBITDA von EUR -3,1 Mio sowie der Abschluss von 14 Verträgen mit Neukunden geplant.

Nach einer Konsolidierung des Mitarbeiterstamms und der Unternehmensstruktur im Wirtschaftsjahr 2021, um das Unternehmen an die Auswirkungen der Coronakrise anzupassen, wird im Wirtschaftsjahr 2022 ein stärkerer Fokus auf die nächste Wachstumsphase gelegt.

Aufgrund der Coronapandemie und des Krieges in der Ukraine und daraus folgender möglicherweise länger anhaltender Zurückhaltung von Investitionsentscheidungen könnte sowohl das Neu- als auch das Bestandskundengeschäft hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben. Gleichzeitig bietet die Krise die Chance, die Leistungsfähigkeit und den Wertbeitrag der Softwareplattform von Market Logic in Bezug auf die neuen Anforderungen noch deutlicher aufzuzeigen. MLS verfügt über langfristige Kundenbeziehungen und ein hohe Kundenbindung und geht davon aus, diese weiter zu stärken.

3.2. Chancen- und Risikobericht

3.2.1. Markt

Es zeichnet sich ab, dass die Marketingbudgets im Verhältnis zur Höhe der jeweiligen Umsatzerlöse nach dem Einbruch im Jahr 2021 vorerst weiter unter Druck stehen werden.

Der Vorstand schätzt die eigenen Wachstumsaussichten für das Geschäftsjahr 2022 in Erwartung nichtsdestotrotz weiter positiv ein und geht mittelfristig davon aus, dass das digitale Marketing gestärkt aus der Krise hervorgehen wird und sich für die Gesellschaft Chancen bieten werden. Der sich abzeichnende rasche Wandel der Konsumentenbedürfnisse in der Krise, der Trend zum Home-Office bzw. einem hybriden Modell bei den meisten Unternehmen, ein weiterhin verstärkter Megatrend der Digitalisierung, gepaart mit zunehmendem Fokus auf strategische Maßnahmen und Entscheidungen in den Unternehmen, sind die Bedingungen, die nach Ansicht des Vorstandes dazu führen werden, dass das Unternehmen ab 2022 den Wachstumspfad weiter fortsetzen und beschleunigen kann.

Das Marktrisiko ist insgesamt für Market Logic ein Risiko von mittlerer Bedeutung.

3.2.2. Finanzierung

Der Vorstand geht in seiner Unternehmensplanung davon aus, dass nach dem Kostensenkungsprogramm im vergangenen Geschäftsjahr im Jahr 2022 weiterhin kontinuierlich steigende Umsatzerlöse erzielt werden. Gleichzeitig soll das Ertragssteigerungsprogramm in den Jahren 2022 bis 2023 Ergebnisverbesserungen in mehrstelliger Millionenhöhe erzielen.

Durch die vorteilhafte Anpassung von Rückzahlungskonditionen wesentlicher Teile der Fremdkapitalfinanzierung im April 2022 konnte zudem eine weitere Cash-Entlastung der MLS herbeigeführt werden. Zu Details verweisen wir auf den Nachtragsbericht im Anhang (Abschnitt F).

Das Finanzierungsrisiko ist aktuell für Market Logic ein Risiko von mittlerer Bedeutung.

3.2.3. Produkt

Mit der Weiterentwicklung eines Produktes wie der „Next Generation Market Insights Platform“ sind marktübliche Risiken verbunden. Es bestehen weiterhin industrieübliche technische Risiken in der weiteren Skalierung und Fortentwicklung.

Die noch abzuschließende Migration von Bestandskunden auf die neue Plattform birgt ein Akzeptanzrisiko, weil Nutzer ungern von gewohnten und gelernten Abläufen Abstand nehmen, und sich auch im Bereich von Geschäftssoftware die Erwartung einer selbsterklärenden, ansprechenden Erfahrung des Nutzerinterfaces durchgesetzt hat. Diesem Umstand wurde beim UX Design Rechnung getragen und großer Wert auf eine moderne und intuitive Gestaltung der Abläufe gelegt. Mittlerweile ist das neue Produkt akzeptiert und von den Nutzern sehr positiv aufgenommen worden, sodass nicht mehr von einem wesentlichen Akzeptanzrisiko ausgegangen wird.

Zuletzt ist das sogenannte Transformationsrisiko bei der Produkteinführung von Bedeutung. Etwa 8 % der Bestandskunden nutzen noch das alte Produkt und müssen im Jahr 2022 endgültig auf die neue Plattform überführt werden. Dies führt zu einer weiterhin starken Beanspruchung des Mitarbeiterstammes sowie zu zusätzlichen technischen Aufwänden und letztlich auch zu zusätzlichen Kosten für Hosting.

Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Produktes sind verschiedene Trends in den Zielindustrien zu beobachten, wie beispielsweise eine stärkere Verbreitung von Do-it-yourself- Marktforschung. Die Bedeutung dieser Entwicklungen für zukünftige Anpassungen und Erweiterungen des Produktes, besonders bezüglich möglicher kommerzieller Chancen, wird in engem Austausch mit Schlüsselkunden vorangetrieben. Es sind derzeit jedoch keinerlei grundsätzliche Änderungen im Produkt absehbar.

Das Produkt-Risiko ist insgesamt für Market Logic ein Risiko von mittlerer Bedeutung.

3.2.4. Gesamtbetrachtung der Chancen- und Risikosituation

Unter den in diesem Lagebericht geschilderten Annahmen ist die Unternehmensgruppe planmäßig unter Einbeziehung einer für das vierte Quartal 2022 geplanten teilweisen Restrukturierung der aktuellen Fremdkapitalfinanzierung über die aktuellen Vereinbarungen hinaus auf keine weiteren Mittelzuflüsse angewiesen. Sollte die weltweite Konjunktur jedoch erst deutlich später als angenommen auf den Wachstumspfad zurückfinden oder intern eingeplante Effizienzsteigerungen nicht realisiert werden, ist es möglich, dass dem Unternehmen kurzfristige Liquiditätsengpässe entstehen. Dieses Risiko wird vom Vorstand laufend überwacht.

Darüber hinaus verweisen wir auf unsere Ausführungen zum Grundsatz der Unternehmenstätigkeit im Anhang in Abschnitt 2.

Berlin, den 27. April 2022

Stefan Ropers, Vorstand

Olaf Lenzmann, Vorstand

Dirk Wolf, Vorstand

Wolfe Werner Diener, Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 16 16
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 103.406 121.199
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 18.206 18.206
121.628 139.421
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Geleistete Anzahlungen 12.780 0
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 739.605 455.012
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.281.232 0
3. Sonstige Vermögensgegenstände 173.133 5.193.970 196.584 651.596
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 2.168.291 7.531.654
7.375.041 8.183.250
C. Rechnungsabgrenzungsposten 584.914 601.709
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 9.368.068 11.536.436
17.449.652 20.460.816

Passiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 281.111 253.465
II. Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung
geleistete Einlagen 0 8.075.843
III. Kapitalrücklage 67.503.448 51.380.577
IV. Bilanzverlust -77.152.627 -71.246.321
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 9.368.068 11.536.436
0 0
B. Sonstige Rückstellungen 3.256.729 3.417.756
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 712.623 622.937
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.083 1.818.038
3. Sonstige Verbindlichkeiten 11.161.373 13.460.901
- davon aus Steuern EUR 334.723,86 (i. Vj. EUR 421.521,83) -
11.882.079 15.901.875
D. Rechnungsabgrenzungsposten 2.310.844 1.141.185
17.449.652 20.460.816

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
EUR
2020
EUR
1. Umsatzerlöse 21.579.486 18.401.667
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -6.673.214 -9.722.656
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 14.906.272 8.679.011
4. Vertriebskosten -4.778.513 -5.540.824
5. Allgemeine Verwaltungskosten -5.930.998 -3.840.792
6. Forschungs- und Entwicklungskosten -10.009.926 -11.066.700
7. Sonstige betriebliche Erträge 1.138.475 1.403.398
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 99.510 533
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 99.456,58 (i. Vj. EUR 532,95) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.332.922 -1.348.691
- davon an verbundene Unternehmen EUR 27.167,93 (i. Vj. EUR 111.548,73) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.797 0
11. Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag -5.906.306 -11.714.065
12. Verlustvortrag -71.246.321 -59.532.255
13. Bilanzverlust -77.152.627 -71.246.320

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

A. Allgemeine Angaben

Die Market Logic Software AG mit Sitz in Berlin (Market Logic Software) ist im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Berlin Charlottenburg unter der Nummer HR B 151121 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung und Vermarktung von Unternehmenssoftware für Marketing-Informationssysteme.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB angewendet.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

1. Grundsatz der Unternehmensfortführung

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme des Grundsatzes der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2021 aufgrund des fortgeführten planmäßigen Geschäftsausbaus einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 5.906 aus. Insgesamt ergibt sich zum Stichtag ein kumulierter Bilanzverlust i. H. v. TEUR 77.153. Zum Stichtag ergibt sich ein nicht gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 9.368.

Hinsichtlich der Frage des Finanzierungsrisikos des Unternehmens verweisen wir auf die Ausführungen im Nachtragsbericht (Abschnitt F) sowie im Lagebericht innerhalb des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts unter Gliederungspunkt 3.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Wesentlichen maßgebend:

Die Vermögensgegenstände und Schulden der Gesellschaft sind einzeln unter Beachtung des Vorsichtsprinzips und unter der Annahme der Unternehmensfortführung bewertet worden. Bei der Bilanzaufstellung wurden vorhersehbare Risiken und Verluste berücksichtigt.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht angesetzt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten und abzüglich Anschaffungspreisminderungen bewertet. Abschreibungen erfolgen über die betriebsübliche Nutzungsdauer pro rata temporis planmäßig linear entsprechend denen von der Finanzverwaltung anzuwendenden Nutzungsdauern.

Geringwertige bewegliche, abnutzbare und selbstständig nutzungsfähige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 250,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Für bewegliche, abnutzbare und selbstständig nutzungsfähige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten über EUR 250,00 und bis zu EUR 1.000,00 wurde gemäß § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet, der über fünf Jahre abgeschrieben wird. Der Posten ist insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Die Finanzanlagen betreffen die im Geschäftsjahr 2014 neu gegründete Tochtergesellschaft Market Logic Inc., Dover, Delaware/USA sowie die seit 2021 nicht mehr operativ tätige Market Logic Software India Pvt Ltd., Pune, Indien. Die Anteile sind zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert bilanziert und haben wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Es wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen. Forderungen in Fremdwährung sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag ausgewiesen.

Die liquiden Mittel sind zum Nominalbetrag bilanziert.

Für vom Unternehmen bis zum Bilanzstichtag geleistete Zahlungen, die auf Leistungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag entfallen, wurden aktive Rechnungsabgrenzungsposten gebildet.

Das Grundkapital ist zum Nominalwert bewertet.

Die Market Logic Software AG hat im Rahmen von zwei Aktienoptionsplänen (siehe Aktienoptionen) Bezugsrechte an Mitarbeiter und Vorstände ausgegeben. In diesem Zusammenhang wurde jeweils eine bedingte Kapitalerhöhung durchgeführt. In welcher Weise gewährte Aktienoptionen, die aus bedingtem Kapital bedient werden sollen, bilanziert werden, ist im HGB nicht explizit geregelt. Es wurde der vorherrschenden Auffassung gefolgt, dass bei der Gewährung solcher Aktienoptionen kein Entgelt erzielt wird und somit weder eine Erhöhung der Kapitalrücklage noch ein Aufwand zu erfassen ist (erfolgsneutrale Behandlung).

Weiterhin hat die Market Logic Software AG ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm auf Basis von virtuellen Aktien (Phantom-Stock-Programm 2018) beschlossen. Im Falle eines Exit-Events (Börsengang oder Trade-Sale) können die Ansprüche der Mitarbeiter aus den Phantom Stocks entweder in Stammaktien oder als Barausgleich geleistet werden. Der Eintritt eines Exit-Events wird gegenwärtig als unwahrscheinlich angesehen und daher erfolgt die Bilanzierung erfolgsneutral.

Bei der Bemessung der Rückstellungen sind bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses erkannte Risiken berücksichtigt worden. Sie wurden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

C. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Angaben zu den Abschreibungen je Posten der Bilanz sind im Anlagenspiegel als Anlage zum Anhang dargestellt.

Aufstellung des Anteilsbesitzes nach § 285 Nr. 11 HGB (Anteile an verbundenen Unternehmen):

Eigenkapital
TEUR
Beteiligung
%
Ergebnis 2021
TEUR
Beteiligungsbuchwert
TEUR
Market Logic Inc., Delaware/USA 957 100 127 6
Market Logic Software Pvt Ltd., Pune/Indien 22 100 (17) 13

2. Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in Höhe von TEUR 740 (i. Vj. TEUR 455) mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen zum Stichtag in Höhe von TEUR 4.281 und betreffen Leistungsforderungen aus Weiterberechnungen von Lizenzentgelten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 173 (i. Vj. TEUR 197) enthalten im Wesentlichen Steuerrückforderungen und Kautionen.

3. Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktive Rechnungsabgrenzung beinhaltet u. a. das Disagio aus der Begebung von zwei Optionsschuldverschreibungstranchen in den Jahren 2019 und 2020. Das Disagio ist über die Laufzeit der Optionsschuldverschreibung planmäßig abzuschreiben. Das Disagio beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 116.

4. Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital setzt sich am 31. Dezember 2021 aus 281.111 auf den Namen lautenden nennwertlosen Stückaktien zusammen. Es ist wie folgt unterteilt:

31.12.2021
EUR
Stammaktien 55.677
Vorzugsaktien Serie A 4.451
Vorzugsaktien Serie B 10.229
Vorzugsaktien Serie C 8.656
Vorzugsaktien Serie D 11.248
Vorzugsaktien Serie E 15.401
Vorzugsaktien Serie F 17.536
Vorzugsaktien Serie G 9.755
Vorzugsaktien Serie H 14.633
Vorzugsaktien Serie I 11.766
Vorzugsaktien Serie J 53.452
Vorzugsaktien Serie J-2 40.661
Vorzugsaktien Serie K 27.646
281.111

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Dezember 2020 wurde das Grundkapital um EUR 13.824,00 auf EUR 267.289,00 durch Ausgabe von 13.824 neuen auf den Namen lautenden, stimmberechtigten, nennwertlosen Vorzugsaktien der Serie K gegen Bareinlage erhöht. Die Kapitalerhöhung wurde am 5. Januar 2021 im Handelsregister eingetragen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Dezember 2020 wurde weiterhin der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. November 2021 um bis zu EUR 13.822,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/I). Gemäß Beschluss des Vorstands vom 19. April 2021 wurde das Grundkapital unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2020/I um EUR 13.822,00 auf EUR 281.111,00 erhöht.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage erhöhte sich im Geschäftsjahr durch die Durchführung der im Vorjahr beschlossenen Kapitalerhöhung um EUR 8.062.019,00 sowie durch die planmäßig erfolgte Durchführung der zweiten Tranche der Kapitalerhöhung (Serie K) zweiten Quartal 2021 um EUR 8.060.852.

Bedingtes Kapital

Die Hauptversammlung vom 30. Januar 2007 beschloss die Implementierung eines Mitarbeiterbeteiligungsprogrammes (Stock-Option-Programm 2007). Der Vorstand wurde in diesem Zusammenhang ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, bis zum 31. Dezember 2012 einmalig oder mehrmals bis zu 6.975 Bezugsrechte an zukünftige Vorstandsmitglieder und derzeitige oder künftige Mitarbeiter sowie an Mitglieder der Leitungsorgane und Mitarbeiter zukünftiger verbundener Unternehmen auszugeben. Am selben Tag beschloss die Hauptversammlung, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 6.975,00 durch Ausgabe von bis zu 6.975 auf den Namen lautenden, vinkulierten, nennwertlosen Stammaktien (Stückaktien) bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2007/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Einlösung von Bezugsrechten, zu deren Ausgabe der Vorstand von der Hauptversammlung am 30. Januar 2007 ermächtigt wurde. Das Aktienoptionsprogramm wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 geschlossen. In der Hauptversammlung am selben Tage wurde die Reduzierung des Bedingten Kapitals von EUR 6.975 auf EUR 6.093 beschlossen (Bedingtes Kapital 2007/I).

Die Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 beschloss die Implementierung eines neuen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms (Stock-Option-Programm 2013). Der Vorstand wurde in diesem Zusammenhang ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 31. Dezember 2017 einmalig oder mehrmals bis zu 7.656 Bezugsrechte an gegenwärtige und zukünftige Vorstandsmitglieder und gegenwärtige und zukünftige Mitarbeiter der Market Logic Software AG auszugeben. Am selben Tag beschloss die Hauptversammlung, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 7.656 durch Ausgabe von bis zu 7.656 auf den Namen lautenden, vinkulierten, nennwertlosen Stammaktien (Stückaktien) bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2013/I). Mit Beschlüssen der Hauptversammlung vom 8. Juni 2016 und 22. Juli 2016 wurden die Ermächtigung zur Ausgabe von Bezugsrechten und das Bedingte Kapital 2013/I auf bis zu EUR 13.907 erweitert. Das Aktienoptionsprogramm wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Februar 2018 geschlossen. In der Hauptversammlung am selben Tage wurde die Reduzierung des Bedingten Kapitals von EUR 13.907 auf EUR 12.859 beschlossen (Bedingtes Kapital 2013/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Einlösung von Bezugsrechten, die (i) aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 zu TOP 5 Ziffer IV., (ii) aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 zu TOP 5 Ziffer IV. in der Fassung des Beschlusses der Hauptversammlung vom 22. Juli 2016 zu TOP 2 Gliederungspunkt A., (iii) aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 zu TOP 5 Ziffer IV. in der Fassung der Beschlüsse der Hauptversammlung vom 22. Juli 2016 zu TOP 2 Gliederungspunkt A. und B. und (iv) aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 zu TOP 5 Ziffer IV. in der Fassung der Beschlüsse der Hauptversammlung vom 2. Februar 2018 zu TOP 2 Gliederungspunkt II. ausgegeben werden.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Oktober 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, auf den Inhaber laufende Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 12.000.000 auszugeben. Ferner wurde der Vorstand ermächtigt, Optionsscheine im Gesamtnennbetrag von EUR 780.000 zum Bezug von bis zu 1.335 Vorzugsaktien der Serie J auszugeben. Es wurde bedingtes Kapital (Bedingtes Kapital 2019/II) geschaffen im Umfang von bis zu 4.005 Vorzugsaktien.

Das Grundkapital ist um bis zu EUR 8.217,00 durch Ausgabe von bis zu 8.217 neuen, auf den Namen lautenden Vorzugsaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je EUR 1,00 bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2020/I“). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Bezugsrechten der Inhaber von Optionsscheinen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 7. Dezember 2020 ausgegeben werden.

Aktienoptionen

Die Hauptversammlung vom 30. Januar 2007 beschloss die Implementierung eines Mitarbeiterbeteiligungsprogrammes (Stock-Option-Programm 2007). Der Vorstand wurde in diesem Zusammenhang ermächtigt, einmalig oder mehrmals bis zu 6.975 Bezugsrechte an zukünftige Vorstandsmitglieder und derzeitige oder künftige Mitarbeiter sowie an Mitglieder der Leitungsorgane und Mitarbeiter zukünftiger verbundener Unternehmen auszugeben.

Das Stock-Option-Programm 2007 wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 geschlossen und auf 6.093 Optionen, den Stand der bis zum 10. Juni 2013 ausgegebenen und nicht verfallenen Optionen, reduziert. Nach dem 10. Juni 2013 wurden keine Optionen aus dem Stock-Option-Programm 2007 mehr ausgegeben. In Summe sind im Rahmen des Stock-Option-Programms 2007 insgesamt 6.821 Optionen an Mitarbeiter ausgegeben, von denen 4.069 Optionen verfallen sind. Die Optionen können innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren nach Ausgabe ausgeübt werden, wenn nicht vor Ablauf der Ausübungsfrist diese verlängert wird.

Die Hauptversammlung vom 10. Juni 2013 beschloss die Implementierung eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms (Stock-Option-Programm 2013). Der Vorstand wurde in diesem Zusammenhang ermächtigt, einmalig oder mehrmals bis zu 7.656 Bezugsrechte an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der Gesellschaft auszugeben. Dieses Optionsprogramm wurde von der Hauptversammlung vom 22. Juli 2016 erweitert auf 13.907 Bezugsrechte.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Februar 2018 wurde das Programm um 1.048 Stück reduziert und geschlossen, sodass letztendlich 12.859 Bezugsrechte zur Verfügung stehen. Bis zur Schließung des Programms wurden 15.275 Bezugsrechte ausgegeben, von denen 5.931 verfallen sind.

Virtuelle Aktien

Die Hauptversammlung vom 2. Februar 2018 beschloss die Implementierung eines weiteren Mitarbeiterbeteiligungsprogramms auf Basis von virtuellen Aktien, sog. Phantom Stocks (Phantom-Stock-Programm 2018). Der Vorstand wurde in diesem Zusammenhang ermächtigt, bis zum 31. Dezember 2022 einmalig oder mehrmals bis zu 17.237 Phantom Stocks an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der Gesellschaft sowie an Geschäftsführer und Mitarbeiter der Market Logic Software Inc. auszugeben. Eine Unterlegung des Phantom-Stock-Programms 2018 durch bedingtes Kapital ist wegen aktienrechtlicher Vorgaben derzeit nicht möglich. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Dezember 2020 wurde das Programm um 18.273 Phantom Stocks erweitert. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 wurde das Programm um weitere 9.187 Phantom Stocks auf nunmehr insgesamt 43.797 Phantom Stocks erweitert.

Das Phantom-Stock-Programm 2018 sieht unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausübung der Phantom Stocks bei einem Börsengang oder einem Trade Sale vor. Im Fall eines Börsengangs sieht das Phantom-Stock-Programm 2018 eine Lieferung von einer Stammaktie je Phantom Stock unter der Voraussetzung vor, dass Vorstand und Aufsichtsrat zu dem Ergebnis kommen, dass eine Lieferung von Stammaktien rechtlich und tatsächlich möglich ist. Ansonsten wird ein Barausgleich vorgenommen.

Im Rahmen des Phantom-Stock-Programms 2018 wurden bis zum Ende des Jahres 2021 in Summe 43.953 Phantom Stocks ausgegeben, von denen 14.568 Stück verfallen sind.

5. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Rückstellung für Stand 31.12.2021
TEUR
Variables Gehalt 1.807
Resturlaub 426
Sonstige Personalrückstellungen 335
Vergütung wissenschaftlicher Beirat 60
Ausstehende Rechnungen 285
Übrige sonstige Rückstellungen 344
Summe 3.257

6. Verbindlichkeiten

Zusammensetzung und Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im folgenden Verbindlichkeitsspiegel dargestellt (Zahlen des Vorjahreszeitraumes in Klammern):

bis zu einem Jahr
TEUR
von einem bis zu fünf Jahren
TEUR
über fünf Jahren
TEUR
insgesamt
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 713 0 0 713
(623) (0) (0) (623)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8 8
(1.818) (0) (0) (1.818)
Sonstige Verbindlichkeiten 10.515 646 11.161
(2.982) (10.478) (0) (13.461)
11.236 646 11.882
(5.423) (10.478) (0) (15.902)

Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen nicht. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse betragen TEUR 21.579 (i. Vj. TEUR 18.401) und resultieren aus der Entwicklung und Vermarktung von Unternehmenssoftware. Die Umsätze wurden in Höhe von TEUR 2.641 im Inland und in Höhe von TEUR 18.938 im Ausland erzielt. Die Umsätze mit verbundenen Unternehmen betragen TEUR 10.502 (i. Vj. TEUR 7.682).

Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 1.706 (i. Vj. TEUR 2.796).

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind Personalaufwendungen in Höhe von insgesamt TEUR 19.610 (i. Vj. TEUR 20.999) enthalten. Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

2021
TEUR
2020
TEUR
Löhne und Gehälter 17.398 18.352
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 2.212 2.647
- davon für Altersversorgung - 31 28
19.610 20.999

Im Jahresabschluss werden Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 27 (i. Vj. TEUR 296) sowie Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 64 (i. Vj. TEUR 82) ausgewiesen.

Außerdem sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 70 und periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 0 entstanden.

E. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Abschlussprüferhonorar

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen für Mietverträge in Höhe von TEUR 6.547 (i. Vj. TEUR 1.640).

Das für den Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasste Gesamthonorar beträgt TEUR 30 (i. Vj. TEUR 19) und entfällt im Geschäftsjahr vollständig auf Abschlussprüfungsleistungen.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Durchschnitt im Geschäftsjahr 2021 203 (i. Vj. 267) Mitarbeiter.

Organe der Muttergesellschaft

Vorstand

Stefan Ropers, Chief Executive Officer, Berlin

Olaf Lenzmann, Chief Technology Officer, Recklinghausen

Dirk Wolf, Chief Financial Officer, Berlin

Wolfe Werner Diener, Chief Customer Value Officer, München, ab 1. November 2021

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes betragen im Geschäftsjahr TEUR 935 (i. Vj. TEUR 492).

Aufsichtsrat

Dr. Bernd-Michael Rumpf, Software-Unternehmer, Steckborn, Schweiz (Aufsichtsratsvorsitzender), ab 24. Juni 2021

Robert Hoog, selbstständiger Unternehmensberater, Leinfelden-Echterdingen, bis 24. Juni 2021

Dr. Matthias Georg Allgaier, Geschäftsführer, London, Vereinigtes Königreich

Dr. Thomas van Aubel, Rechtsanwalt, Berlin

Dr. Max Odefey, Geschäftsführer bei der GENUI GmbH, Hamburg

Alexander Kafka, Beteiligungsmanager, Berlin (Aufsichtsratsvorsitzender), bis 24. Juni 2021

Arno Bohn, Unternehmensberater, Freiburg

Dr. Dinnies Johannes von der Osten, Investor, Berlin

Dr. Kay Iversen, Entrepreneur im Bereich Software Produktmarketing, Berlin, ab 24. Juni 2021

Die Bezüge des Aufsichtsrates beliefen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 30 (i. Vj. TEUR 30).

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert, Münster

Prof. Dr. Hans-Willi Schroiff, Düsseldorf

Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg, Leipzig

Die im Aufwand erfassten Beiratsvergütungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 0 (i. Vj. TEUR 15).

F. Nachtragsbericht

Mit Vereinbarung vom 5. April 2022 wurden die Rückzahlungskonditionen der Fremdkapitalfinanzierung mit Harbert European Specialty Lending Company II. S.A.R.L. („Harbert“) vorteilhaft für die Gesellschaft angepasst. Insbesondere wurde eine „Interest Only Period“ von März 2022 bis November 2022 und die Streckung der Rückzahlungen bis Dezember 2023 vereinbart. Dies führt planmäßig zu einer Cash-Entlastung für die Gesellschaft in Höhe von EUR 7,9 Mio für das Geschäftsjahr 2022.

Nach Ende des Geschäftsjahres haben sich ansonsten keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Market Logic Software AG ereignet. Aus dem im Februar 2022 ausgebrochenen Krieg in der Ukraine ergeben sich aus aktueller Sicht keine wesentlichen zu berichtenden Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Berlin, den 27. April 2022

Stefan Ropers, Vorstand

Olaf Lenzmann, Vorstand

Dirk Wolf, Vorstand

Wolfe Werner Diener, Vorstand

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungskosten/Herstellungskosten
1.1.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 96.905 0 0 96.905
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 880.459 66.652 14.214 932.897
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 18.206 0 0 18.206
995.570 66.652 14.214 1.048.008
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
1.1.2021
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 96.889 0 0 96.889 16 16
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 759.260 84.430 14.199 829.491 103.406 121.199
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 18.206 18.206
856.149 84.430 14.199 926.380 121.628 139.421

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Market Logic Software AG, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Market Logic Software AG, Berlin,‌ - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Market Logic Software AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021‌ geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB‌‌ erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB‌‌ unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌‌‌ durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von demUnternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB‌‌ unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌ durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Leipzig, den 4. Mai 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Schneider, Wirtschaftsprüfer

Hinze, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres 2021 in 5 Aufsichtsrats-sitzungen und mehreren Telefonkonferenzen zur Unternehmensstrategie und -Finanzierung sowie durch regelmäßige schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands von der Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Die vom Vorstand dem Aufsichtsrat vorgelegten Berichte über die Entwicklung und Lage der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie über alle wesentlichen Ereignisse und Geschäftsführungsmaßnahmen sind in den Aufsichtsratssitzungen eingehend erörtert worden. Über alle Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurde in den Aufsichtsratssitzungen vor entsprechender Beschlussfassung ausführlich diskutiert.

Schwerpunkte der Aufsichtsratsberatungen im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Einarbeitung der neuen Vorstandsmitglieder, die Begleitung der eingeleiteten Transformation und die weitere Verbesserung der Ertragslage.

Im Aufsichtsrat kam es am 24. Juni 2021 zu einigen Wechseln. Dr. Bernd-Michael Rumpf hat den AR-Vorsitz von Alex Kafka übernommen. Die Herren Kafka und Hoog sind ausgeschieden. Der frühere CEO Dr. Kay Iversen als Vertreter der Gründer in den Aufsichtsrat entsandt.

Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen hat der Vorstand in regelmäßigen Kontakten und im Bedarfsfall mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden wichtige unternehmenspolitische Entscheidungen eingehend beraten.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der als Abschlussprüfer gewählten KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zu erheben. Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der damit festgestellt ist. Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 5.906.306 ist auf das kommende Geschäftsjahr vorzutragen.

Berlin, den 19.08.2022

Für den Aufsichtsrat

Dr. Bernd-Michael Rumpf

Aufsichtsratsvorsitzender